Aquarell malen für Anfänger: Grundlagen und Ihre erste Landschaftsmalerei im Freien


Blühende Wiesen, Sonnenuntergänge, ein Blick über die Felder – Aquarellfarben sind wie gemacht für die Natur-Malerei. Doch welche Farben, welches Papier und welcher Pinsel eignen sich für den Anfang? In diesem Ratgeber erklären wir die wichtigsten Grundlagen für Anfänger und zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihre erste Landschaft im Freien malen.
Das Wichtigste in Kürze
Für den Start reicht ein Set mit 12 Farben, zwei bis drei Pinsel und ein Aquarellpapier ab 250 g/m².
Kaltgepresstes, feinkörniges Papier ist für Anfänger ideal – sehr glattes Papier ist schwieriger.
Malen Sie von hell nach dunkel und sparen Sie die hellsten Stellen von Anfang an aus.
Aquarell lässt sich kaum korrigieren – eine leichte Vorzeichnung mit Bleistift hilft.
Pinsel nach dem Malen mit Seife auswaschen und kopfüber hängend mit den Haaren nach unten trocknen lassen. Alternativ kann der Pinsel auch flach liegend trocknen.
Welche Aquarellfarben für Anfänger?
Aquarellfarben gibt es als feste Farbe in Näpfchen und als Farbe in der Tube. Für den Einstieg ist ein fertiges Set am einfachsten: Die Farben sind aufeinander abgestimmt und Sie können sofort loslegen. Praktisch ist zum Beispiel das Aquarell Malerei Set mit 12 Aquarellfarben, drei Rundpinseln und einem Aquarellblock.
Wer seine Farben lieber selbst zusammenstellt, braucht dazu eine Palette zum Aufbewahren und Mischen, etwa die Mischpalette aus Metallblech. Einzelne Farbtöne wie Hooker’s Green aus der Mondeluz-Reihe können Sie jederzeit ergänzen. Welches Set zu Ihnen passt, lesen Sie in unserem Aquarell-Ratgeber.
Lieber mit dem Stift? Wer sich das Malen mit dem Pinsel noch nicht zutraut, beginnt mit Aquarellstiften: Sie zeichnen wie mit Buntstiften und vermalen die Farbe anschließend mit Wasser. Mehr dazu in unserem Artikel über die Aquarellstifte Mondeluz.
Welches Papier für Aquarell?
Für Aquarell gibt es drei grundlegende Papierarten:
Heißgepresstes Papier ist sehr glatt. Die Farbe verläuft darauf schnell – für Anfänger eher schwierig.
Kaltgepresstes Papier hat eine leicht körnige Oberfläche und ist der ideale Allrounder.
Raues Papier hat eine kräftige Struktur, die mit Wasser und Farbe spannende Effekte erzeugt.
Noch wichtiger als die Oberfläche ist die Grammatur: Je schwerer das Papier, desto weniger wellt es sich, wenn es nass wird. Für klassische Aquarelle empfehlen wir den Aquarell-Malblock „pop Aquarell“ A4 mit 250 g/m² und feinkörniger, matter Oberfläche. Mehr zu den verschiedenen Papiersorten finden Sie im Ratgeber Welches Papier für welche Maltechnik?

Welcher Pinsel für Aquarell?
Ein guter Aquarellpinsel nimmt viel Wasser auf und gibt es zusammen mit dem Pigment nach und nach wieder ab. Die Haare sollten fein, aber widerstandsfähig sein. Besonders gut halten Naturhaarpinsel das Wasser, zum Beispiel der Rotmarderhaar-Pinsel Spitz Gr. 8. Synthetische Pinsel sind günstiger und eignen sich gut für feine Details – zum Ausprobieren etwa der Aquarell-Pinsel Spitz Gr. 7.
Sie brauchen nicht viele Pinsel: Selbst erfahrenen Künstlern reichen oft zwei bis drei. Einen großen für Farbflächen, zum Beispiel den Aquarell-Pinsel Flach Gr. 14, und ein bis zwei kleinere für Details. Wichtig ist nur, dass der Pinsel keine Haare verliert. Die ganze Auswahl finden Sie in der Kategorie Pinsel.

Pinselpflege: Waschen Sie die Pinsel nach dem Malen mit milder Seife unter lauwarmem Wasser aus. Lassen Sie sie kopfüber hängend oder flach liegend trocknen – so bleiben sie in Form. Für saubere Pinsel beim Malen sorgt ein Pinselwascher mit Wasser.
Farbintensität und Korrekturen
Hochwertige Aquarellfarben sind sehr konzentriert. Bedenken Sie, dass die Farben nass anders aussehen als nach dem Trocknen – meist werden sie etwas heller. Testen Sie einen Farbton deshalb am besten zuerst auf einem Stück Restpapier.
Aquarell lässt sich, anders als zum Beispiel Ölfarbe, kaum korrigieren oder übermalen. Wenn doch einmal etwas danebengeht, können Sie die Stelle vorsichtig mit einem feuchten Schwamm auswaschen, leicht übermalen – oder das ganze Bild unter einem schwachen Wasserstrahl abspülen und neu beginnen.
Schritt für Schritt: Eine Landschaft im Freien malen
Jetzt kann es losgehen: Setzen Sie sich mit Ihrem Block ins Gras und malen Sie die Natur um sich herum.

1. Komposition skizzieren
Skizzieren Sie zuerst mit einem Bleistift oder einem Fallminenstift wie dem Versatil die ganze Komposition. So vermeiden Sie, dass am Ende vielleicht das Motiv nicht auf das Blatt passt. Zeichnen Sie nur leicht vor – kräftige Linien scheinen später durch die Farbe.
2. Farben vorbereiten und hell beginnen
Bereiten Sie die Farben, die Sie verwenden möchten, in der Mischpalette vor. Aus eigener Erfahrung empfehlen wir, mit den hellsten Tönen zu beginnen und das Bild nach und nach dunkler werden zu lassen.
3. Licht und Schatten planen
Denken Sie von Anfang an daran, wo Licht und Schatten liegen. Die hellsten Stellen müssen Sie gar nicht bemalen – lassen Sie hier einfach das weiße Papier durchscheinen. Weiße Farbe brauchen Sie dafür nicht.
4. Von großen Flächen zu Details
Arbeiten Sie sich von den größten Flächen nach und nach zu den Details vor – zu Blättern, Ästen, Steinen und Ähnlichem. Lassen Sie zwischenzeitlich die Farbe etwas antrocknen, damit die Details nicht verlaufen.

5. Schatten und Linien betonen
Zum Schluss setzen Sie die Schatten und betonen einzelne Linien, damit der Betrachter die Gegenstände im Bild besser erkennt. Wer es lieber abstrakt mag, lässt das Bild bewusst expressiver.
6. Gut trocknen lassen
Lassen Sie die fertige Zeichnung gut trocknen – und fertig ist Ihre erste Landschaft in Aquarell!

Typische Anfängerfehler – und wie Sie sie vermeiden
Zu dünnes Papier: Es wellt sich und die Farbe läuft unkontrolliert. Lieber Aquarellpapier ab 250 g/m² verwenden.
Zu viel mischen: Wer zu viele Farben übereinander mischt, bekommt schnell trübe Töne. Weniger ist mehr.
Nicht trocknen lassen: Details auf nassem Papier verlaufen. Geduld zahlt sich aus.
Helle Stellen übermalen: Weiß lässt sich nachträglich kaum zurückholen – planen Sie dies von Anfang an ein.
Zu kräftige Vorzeichnung: Dunkle Bleistiftlinien scheinen durch die Farbe.
Häufige Fragen zum Aquarellmalen für Anfänger
Was brauche ich als Anfänger zum Aquarellmalen?
Ein Aquarellfarben-Set (zum Beispiel mit 12 Farben), zwei bis drei Pinsel, einen Aquarellblock ab 250 g/m², einen Bleistift für die Vorzeichnung und ein Glas Wasser.
Welches Papier ist für Aquarell am besten?
Kaltgepresstes Aquarellpapier mit feinkörniger Oberfläche und einer Grammatur ab etwa 250 g/m². Es nimmt viel Wasser auf und wellt sich kaum.
Wie viele Pinsel braucht man für Aquarell?
Zwei bis drei reichen: ein großer Pinsel für Flächen und ein oder zwei kleinere Rundpinsel mit feiner Spitze für Details.
Kann man Aquarell korrigieren?
Nur begrenzt. Sie können Stellen mit einem feuchten Schwamm vorsichtig auswaschen oder leicht übermalen. Helle Stellen sollten Sie deshalb von Anfang an aussparen.
Malt man Aquarell nass oder trocken?
Beides. Auf nassem Papier verlaufen die Farben weich ineinander (Nass-in-Nass), auf trockenem Papier gelingen klare Kanten und Details. Viele Bilder kombinieren beide Techniken.
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Fazit
Für den Einstieg ins Aquarell brauchen Sie nicht viel: ein paar Farben, gutes Papier, zwei bis drei Pinsel – und etwas Geduld. Alles für den Start finden Sie auch in unserer Aquarell-Malbox. Und wenn Sie nach der Landschaft Lust auf ein Tiermotiv haben, probieren Sie unsere Anleitung Eule Schritt für Schritt!




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