Welches Papier für welche Maltechnik? Aquarell-, Acryl-, Pastell- und Skizzenpapier im Überblick


Aquarellpapier, Acrylblock, Pastellpapier oder doch der einfache Skizzenblock? Wer mit dem Malen oder Zeichnen beginnt, steht schnell vor der Frage, welches Papier das richtige ist. Die Antwort hängt von der Technik ab: Jede Farbe und jeder Stift reagiert anders auf Oberfläche, Stärke und Saugfähigkeit des Papiers.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, worin sich die wichtigsten Papierarten unterscheiden, was die Grammatur verrät und welches Papier zu welcher Technik passt. Zum Schluss zeigen wir Ihnen, warum schon ein paar Minuten Doodling (Kritzeln) am Tag für mehr Ruhe im Alltag sorgen können.
Das Wichtigste in Kürze
Aquarellpapier ist schwer (ca. 160–300 g/m²), saugfähig und wellt sich kaum – ideal für Farbverläufe und Nass-in-Nass-Techniken.
Acrylpapier ist robust, oft mit Leinenstruktur, und verträgt mehrere deckende Farbschichten.
Pastellpapier hat eine raue, griffige Oberfläche und ist oft farbig – so haften die Pigmente der Pastellkreiden.
Skizzenpapier ist leicht (ca. 90–140 g/m²) und glatt – perfekt für Bleistift, Fineliner und schnelle Ideen.

Warum das richtige Papier so wichtig ist
Papier ist weit mehr als nur ein Untergrund. Es bestimmt mit, wie Farben verlaufen, wie gut sich Schichten aufbauen lassen und wie das fertige Bild wirkt. Auf normalem Druckerpapier wellt sich Aquarellfarbe sofort, Acryl schlägt durch und Pastellkreide findet kaum Halt. Mit dem passenden Papier gelingt dagegen vieles fast von selbst – gerade für Einsteiger ein großer Unterschied.

Grammatur: Was bedeutet g/m²?
Die Grammatur gibt an, wie viel ein Quadratmeter Papier wiegt. Je höher der Wert, desto dicker und stabiler ist das Papier in der Regel. Druckerpapier hat etwa 80 g/m², Zeichenkarton 150–190 g/m² und Aquarellpapier meist 160–300 g/m². Als Faustregel gilt: Je mehr Wasser oder Farbe Sie verwenden, desto schwerer sollte das Papier sein.
Papierart | Grammatur | Oberfläche | Geeignet für |
Skizzenpapier | ca. 90–140 g/m² | glatt bis leicht rau | Bleistift, Fineliner, Kugelschreiber, Doodling (Kritzeln), schnelle Skizzen |
Zeichenkarton | ca. 150–190 g/m² | glatt und fest | Buntstifte, Grafit, leichte Wasserfarben |
Pastellpapier | ca. 160–220 g/m² | rau, griffig, oft farbig | Softpastell, Pastellkreiden, Kohle |
Aquarellpapier | ca. 160–300 g/m² | Feinkorn, rau oder satiniert | Aquarell, Wasserfarben, Aquarellstifte |
Acrylpapier | ca. 230–400 g/m² | oft Leinenprägung, grundiert | Acryl, Öl, Gouache, pastoser Farbauftrag |
Die wichtigsten Papierarten im Überblick
Aquarellpapier: saugfähig und formstabil

Aquarellpapier ist dick, sehr saugfähig und so verarbeitet, dass sich die Farbe kontrolliert verteilt, statt sofort einzusickern. Es gibt drei typische Oberflächen: Feinkorn (matt, auch „kaltgepresst“ – der Allrounder), rau (kräftige Struktur für lebendige Effekte) und satiniert (glatt, „heißgepresst“ – für feine Details). Für Einsteiger ist Feinkorn die sicherste Wahl.
Tipp: Feuchten Sie das Papier mit einem breiten Pinsel leicht an und tragen Sie die Farbe Schicht für Schicht auf. So entstehen weiche Übergänge und die typischen Aquarell-Verläufe. Damit sich das Blatt nicht wellt, fixieren Sie es am Rand mit Malerkrepp.
Zum Ausprobieren: Aquarell-Malblock A3 mit 160 g/m² für erste Übungen oder für größere Formate und viel Wasser der Aquarell-Malblock A2 mit 250 g/m². Wie Sie direkt loslegen, zeigt unsere Anleitung Aquarellmalerei lernen: Eule Schritt für Schritt malen.
Acrylpapier: robust für mehrere Farbschichten

Acrylfarben sind deckend, trocknen schnell und werden oft dick aufgetragen. Acrylpapier ist deshalb besonders fest, häufig grundiert und hat meist eine Struktur, die an Leinwand erinnert. So schlägt die Farbe nicht durch und Sie können ohne Sorge mehrere Schichten übereinander malen.
Tipp: Beginnen Sie mit großen Farbflächen für den Hintergrund und arbeiten Sie sich dann zu den Details vor. Da Acryl schnell trocknet, können Sie schon nach kurzer Zeit die nächste Schicht auftragen.
Zum Ausprobieren: Acryl-Malblock A4 mit 400 g/m² oder der vielseitige Öl- & Acryl-Malblock mit 230 g/m².
Pastellpapier: Struktur, die Pigmente hält

Pastellkreiden bestehen fast nur aus reinem Pigment. Damit sie gut haften, braucht das Papier eine raue, griffige Oberfläche – den sogenannten „Zahn“. Er hält mehrere Farbschichten fest und erleichtert das Verwischen und Schattieren. Farbiges Pastellpapier hat einen weiteren Vorteil: Der Untergrund dient als Mittelton, auf dem helle Akzente besonders schön leuchten.
Tipp: Tragen Sie die Farbtöne in dünnen Schichten übereinander auf und verwischen Sie sie mit dem Finger oder einem Papierwischer. Zum Schluss schützt ein Fixativ Ihr Bild vor dem Verschmieren.
Zum Ausprobieren: Softpastell-Malblock A3 oder der Pastell-Malblock A3 in sortierten Farben mit 220 g/m². Die passenden Kreiden finden Sie bei unseren Pastellkreiden, Inspiration in der Anleitung Katzenzeichnung mit Ölpastellkreiden.
Skizzenpapier: leicht und vielseitig

Skizzenpapier ist dünner und glatter. Es eignet sich perfekt für schnelle Ideen, Studien und Zeichnungen mit Bleistift, Fineliner, Kugelschreiber oder Buntstiften. Ein Skizzenbuch passt in jede Tasche und ist damit der ideale Begleiter für unterwegs – zum Beispiel beim Urban Sketching.
Tipp: Experimentieren Sie mit unterschiedlichen Strichstärken und Härtegraden. Wasser- oder Acrylfarben können Sie auf Skizzenpapier zwar verwenden, das dünne Papier wellt sich dabei aber schnell. Für Farbe ist das jeweilige Spezialpapier die bessere Wahl.
Zum Ausprobieren: das handliche Sketchbuch A5 quer mit Doppelspiralbindung und 140 g/m² für unterwegs oder der Sketchblock A3 für größere Formate.
Doodling (Kritzeln): Entspannung mit Stift und Papier
Doodling bedeutet freies, spontanes Kritzeln – ohne Regeln und ohne festes Ziel. Linien, Spiralen, Muster oder kleine Figuren entstehen ganz intuitiv. Vielleicht kennen Sie das vom Telefonieren, aus langen Besprechungen oder aus dem Wartezimmer. Beim Doodling zählt nicht das Ergebnis, sondern der Moment des Zeichnens.
Warum Doodling guttut
Die einfache, sich wiederholende Bewegung hilft vielen Menschen, abzuschalten und im Moment anzukommen. Wer sich auf Linien und Formen konzentriert, lässt die Gedanken des Alltags für eine Weile los. Deshalb nutzen viele Doodling als kleine kreative Pause – oder als eine Art Meditation mit dem Stift.
Braucht man für Doodling Talent?
Ganz klar: nein. Beim Doodling geht es um Freiheit, nicht um Perfektion. Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“ – und genau das macht es so befreiend. Jeder kann sofort anfangen und dabei seine eigene Kreativität entdecken.
So starten Sie mit Doodling
Nehmen Sie ein Skizzenbuch und einen Stift zur Hand und beginnen Sie mit einfachen Formen: wiederholte Quadrate, Kreise, Spiralen oder Wellenlinien. Kombinieren Sie die Formen zu Mustern und füllen Sie ganze Flächen damit. Im Video sehen Sie, wie aus wenigen Strichen ein kleines Kunstwerk entsteht.
Zeichnen als tägliches Ritual
Doodling eignet sich ideal für die schnelle Pause zwischendurch, ganz ohne Vorbereitung. Ausführliches Zeichnen mit Liebe zum Detail passt dagegen zu Momenten, in denen Sie mehr Zeit haben. Beides ergänzt sich wunderbar.
Schon wenige Minuten am Tag genügen – ob morgens beim Kaffee oder abends zum Abschalten. Wer regelmäßig zeichnet, trainiert ganz nebenbei Konzentration und Beobachtungsgabe und schafft sich kleine Ruheinseln im Alltag.
Häufige Fragen zu Papier zum Malen und Zeichnen
Welches Papier ist am besten für Aquarell?
Am besten eignet sich echtes Aquarellpapier mit Feinkorn-Oberfläche. Für erste Übungen reichen etwa 160 g/m², für Nass-in-Nass-Techniken und viel Wasser lohnen sich 250 g/m² und mehr – das Papier wellt sich dann deutlich weniger.
Was ist der Unterschied zwischen Aquarellpapier und normalem Papier?
Aquarellpapier ist deutlich dicker und speziell verarbeitet. Es kann viel Wasser aufnehmen, ohne zu reißen oder sich stark zu wellen. Normales Papier mit rund 80 g/m² wellt sich bei Nässe sofort und die Farbe lässt sich kaum steuern.
Welche Seite nimmt man bei Aquarellpapier?
Beim Aquarellblock malen Sie einfach auf der oberen Seite. Bei Einzelbögen ist die Vorderseite meist die, auf der das Wasserzeichen richtig herum lesbar ist. Viele Papiere lassen sich aber beidseitig verwenden – die Struktur unterscheidet sich nur leicht.
Kann man auf Skizzenpapier mit Acryl oder Aquarell malen?
Für kleine Studien ja. Das dünne Papier wellt sich jedoch schnell und die Farbe kann durchschlagen. Für fertige Bilder lohnt sich Acryl- oder Aquarellpapier.
Welches Papier eignet sich für Pastellkreide?
Pastellpapier mit rauer, griffiger Oberfläche, gern auch farbig. Es hält die Pigmente fest und ermöglicht mehrere Farbschichten. Gut geeignet sind Grammaturen ab etwa 160 g/m².
Was bedeutet g/m² beim Papier?
Die Angabe g/m² (Grammatur) beschreibt das Gewicht eines Quadratmeters Papier. Sie ist ein guter Richtwert für Dicke und Stabilität: Je höher die Zahl, desto robuster das Papier.
Finden Sie Ihr Papier und legen Sie los
Probieren Sie verschiedene Papiere aus und finden Sie heraus, welches am besten zu Ihrem Stil passt. Unsere komplette Auswahl an Malblöcken, Skizzenbüchern und Zeichenkarton finden Sie in der Kategorie Papier.
Sie möchten eine neue Technik gleich mit allem Nötigen ausprobieren? Dann sind unsere Kreativboxen der ideale Einstieg: Die Aquarell-Malbox enthält zum Beispiel Wasserfarben, Aquarellstifte, Grafitstifte, eine Mischpalette und Zeichenkarton. Für Acryl und Pastell gibt es die Acryl-Malbox und die Pastell-Malbox.
Nehmen Sie Papier und Stift zur Hand – und lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf!




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